Erste Aufzeichnung über Aloe vera vor über 6.000 Jahren

Die wohl älteste bekannte Aufzeichnung in Verbindung mit der Aloe vera Pflanze wurde auf einer Scherbe von einer babylonischen Tontafel gefunden. Hier spricht man erstmals und aus medizinischer Sicht von einer heilenden Rezeptur, die offensichtlich im sumerischen Kulturkreis erfolgreich eingesetzt wurde. Dabei wurde die Pflanze, das Aloe Vera Gel aus den Blättern und der Aloe Vera Saft erwähnt. Es ist zudem bekannt, dass sowohl die Babylonier wie auch die Assyrer das Gel im Blattinneren der Pflanze in Verbindung mit Absinth vor allem gegen Verstopfung, Durchfall und Darmträgheit eingesetzt hatten. Nach dem damaligen spirituellen Verständnis war der Körper bei einer Krankheit oder einem Leiden von einem Dämon besetzt. Nur der heilende Saft der göttlichen Pflanze Aloe Vera konnte den besessenen kurieren.

Echte Aloe vera Fans: Kleopatra und Nofretete

Den Pharaonen im alten Ägypten waren die heilenden Kräfte der Aloe vera ebenfalls bekannt und wurden sehr geschätzt. Sie bezeichneten die heilende Pflanze als “Pflanze der Unsterblichkeit” und stärkten damit auch den Anspruch Ihrer gottgleichen Herrschaft auf Erden. Auch Nofretete und Kleopatra nutzen die Wirkung der Pflanze als Schönheitselixier für eine schönere, glattere und frisch aussehende Haut. Bei der Einbalsamierung der Pharaonen wurde ebenfalls ein Extrakt der Aloe verwendet, um die Bakterien- und Pilzbelastungen der Verstorbenen zu minimieren und die Körper bestmöglich für die Nachwelt zu erhalten. Die alten Ägypter hingegen bezeichneten den Saft der Aloe vera als “Blut der Götter”, was durch viele Aufzeichnungen, Hieroglyphen, Höhlenzeichnungen und Grabbemalungen belegt werden konnte.

Aloe vera um 1.520 v. Chr.

Eine der ersten medizinischen Aufzeichnungen zur Aloe vera finden sich bereits in der Zeit um 1.550 vor Christus. Hier werden im Papyrus Ebers (ein altägyptisches Heilmittelbuch) – benannt nach dem Leipziger Professor Georg Ebers – die heilenden und desinfizierenden Wirkungsweisen näher beschrieben. Die Ägypter formulierten hier bereits die Gewinnung von Bestandteilen, die für Körperöle, Wundsalben und Haarpflege erfolgreich eingesetzt wurden. Eine von der UB-Leipzig durchgeführte C14-Analyse bestätigt das Alter des Papyrus mit ca. 3.500 Jahren. Neben den Chinesen, Jemeniten und Ägyptern haben auch die Inder die heilenden Wirkungen schnell erkannt und Sie auch in die ayurvedischen Heilverfahren fest integriert. Bis heute zählt die Aloe vera auch zu den anerkannten Heilmitteln in der TCM (Traditionell Chinesischen Medizin).

Hippokrates entdeckt die Aloe vera

Auf der zum Jemen gehörenden Insel Sokotra wurde die Aloe vera von den Jemeniten vor allem um das nördliche Horn vor Afrika großflächig angebaut und kultiviert. Zu dieser Zeit begannen die Jemeniten auch mit dem Export der Aloe vera nach China und sorgten damit für eine zunehmende Verbreitung. Einige Jahrzehnte später gelangte das Wissen über die Pflanze auch nach Griechenland. So kam auch der griechische Arzt und Naturheiler Hippokrates mit der Pflanze in Verbindung und erkannte schnell das umfangreiche Wirkungspotential. Man bezeichnet Ihn bis heute als “Vater” der Medizin und kennt seinen bis heute prägnanten Satz “Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein”. Dies trifft einmal mehr besonders auf die Aloe vera zu.

Aloe vera auf den Schlachtfeldern Alexander des Großen

Zurzeit von Alexander der Große hatte die Aloe vera eine ganz besondere Bedeutung erlangt. Aristoteles, so sagte man, habe Alexander der Große dazu geraten, die jemenitische Insel Sokotra einzunehmen und damit die dort vorhandenen Aloe vera Kultivierung für sich zu beanspruchen. Der Feldherr erkannte recht schnell die heilenden und stärkenden Kräfte vom Aloe vera Gel und wollte diese für seine Krieger nutzbar machen. Für eine stetige Wundversorgung seines Heeres ließ Alexander der Große die Aloe Pflanzen auf speziell hierfür gestaltete Zugwagen einpflanzen und führte diese zu den Schlachtfeldern mit. Nur so hatte er stets aktuellen und frischen Vorrat der Aloe vera an den zahleichen zur Verfügung. In Indien tauchten zu dieser Zeit erste Heilerfolge bei verschiedenen Krankheitsbildern durch die Einnahme vom Aloe vera Saft gewonnen aus dem Blattinneren der Pflanze.

Dioskurides behandelt über 800 Krankheitsbilder mit Aloe vera

Neben den Chinesen, Jemeniten und Griechen hatten auch die Römer sehr schnell die Vorzüge der Heilpflanze Aloe Vera erkannt. Während der Herrscherzeit von Kaiser Nero und Kaiser Claudio stand der griechische Arzt Pedanios Dioskurides in den Militärdiensten beider Kriegsherren und war der damals berühmteste Pharmakologe des Altertums, dessen Erkenntnisse und Expertisen stets hochgeschätzt wurden. In zahlreichen Büchern beschrieb Dioskurides detailliert über 800 Krankheitsbilder, deren Genesungsverlauf eindeutig der heilenden Kräfte der Aloe vera zugeschrieben werden konnte. Durch seine zahlreichen Reisen in und um den Orient konnte er seine Heilkunde weiter erfolgreich verbreiten. Sein wichtigstes schriftliches Werk, die „Materia Magica“ umfasste dabei bereits mehr als 1.000 Arzneimittel und über 4.700 Anwendungen dergleichen. Darunter eine Vielzahl an Medikationen mit Aloe vera Extrakten.

Zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert n. Chr. wurde der umfassende medizinische Wert der Aloe vera neu entdeckt. Hier waren es vor allem spanische Jesuitenmönche, die sich mit den Heilwirkungen näher befassten und alle Erkenntnisse hierüber akribisch formulierten. Sie galten damals schon als die am besten ausgebildeten und medizinisch versiertesten Pflanzenkundler Ihrer Zeit. Im Rahmen Ihrer Studien veranlassten Sie auch die weitere Kultivierung der Aloe vera in Afrika, dem fernen Osten und Amerika. Anfang des 15. Jahrhunderts bestätigte auch der schweiz-österreichische Arzt Paracelsus, den man fälschlicherweise oft auch mit dem sperrigen Namen Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim ansprach, die heilende Wirkung des goldfarbenen Pflanzensaftes. Er erkannte auch, dass sich die verschiedenen Inhaltsstoffe gegenseitig ergänzen und damit auch verstärken.

Die Aloe vera hat eine bereits jahrtausendlange Tradition vorzuweisen. In vielen Epochen und Jahrhunderten wurde die heilende Wirkung bereits erfolgreich erkannt und auf vielfältige Weise genutzt. Allen Erkenntnissen und Überlieferungen gemein ist die Tatsache, welch hervorragende Eigenschaften die Wüstenpflanze aufweisen kann. Die einzigartige Kombination der Wirkstoffe ist in keiner anderen bisher bekannten Pflanze vorhanden. Heute gibt es Aloe vera Produkte für viele unterschiedliche Anwendungsbereiche und in verschiedenen Darreichungsformen. Neben Nahrungsmitteln wie Säfte oder Gels wird Aloe vera jedoch überwiegend in Schönheits- und Heilungsprodukten verwendet. Die pflanzlichen Wirkstoffe haben nachweislich antivirale und antibakterielle Eigenschaften und besitzen die Fähigkeit, alle Symptome von Haarausfall über Entzündungen bis Diabetes zu behandeln. Die grüne, oft auch als Wüstenlilie bezeichnete Kakteenart, ist nicht einfach eine Pflanze mit einer Jahrtausende alten Heilchronik.

Inzwischen hat („leider“ muss man sagen) die weltweite Industrie die unglaublich vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten bzw. die Nachfrage danach erkannt und sich zu Nutze gemacht. Heutzutage steht überall “Aloe vera” drauf, aber ist längst nicht in nennenswerter Menge drin oder nur als Konzentrat. Gesetzeslücken ermöglichen hiesigen Betrug am Verbraucher in diesem Markt. Nicht zuletzt aber auch, weil Verbraucher meinen, Sie könnten ein 100% Aloe vera Gel pur für 3 Euro im Drogeriemarkt kaufen. Aber so ist das ja in vielen Lebensbereichen, insbesondere in der Lebensmittelindustrie. Unser „Hunger” nach BILLIG zahlt sich eben nicht aus.